Ericsson streicht vorsichtshalber 5.000 Jobs

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Wie man allerorten und auch bei Golem.de lesen konnte plant Ericsson 5.000 Stellen zu streichen. Das ist mal gerade der Faktor 10 mehr als die Firma für die ich z. Z. arbeite dem freien Arbeitsmarkt zurückführt (das ist doch wohl gerade die euphemistische Wendung).

Schlimm finde ich an all den Entlassungswellen, neben den vielen menschlichen Seiten, die Tatsache, dass man es kaum noch wahrnimmt, wenn “nur” ein paar Hundert Leute entlassen werden. Selbst Massenentlassungen sind nur noch eine kleine Schlagzeile wert, weil es dieser Tage fast schon zur Normalität gehört.

Sind vor gar nicht allzulanger Zeit noch Wellen der Entrüstung durch das Land gerollt (z. B. bei der Schließung des Nokia-Werkes), so nimmt man solche Meldungen doch nur noch wahr und geht zur Tagesordnung über. Das war’s. Folgen sind für das Unternehmen wohl nicht zu erwarten.

Vielleicht ist es auch der Tatsache geschuldet, dass man sich mit dem Thema im Augenblick lieber nicht auseinandersetzten möchte, wenn man noch einen Job hat. Ja eigentlich doch sehr froh darüber ist eben (noch) nicht zu den betroffenen zu gehören. Wie schnell könnte es einen selbst treffen und dann muss man sich damit beschäftigen, zwangsläufig, ob man will oder nicht.

Natürlich habe auch ich kein Allheilmittel und ich bezweifle auch, dass es das überhaupt gibt. Und es wird auch hierbei Gewinner und Verlierer geben, zweifellos. Fraglich ist nur, wer die Gewinner sind und wer die Verlierer und ob es nicht vielleicht doch mehr Verlierer als Gewinner geben wird.

Wahrscheinlich werden auch hoch dotierte Top-Manger entlassen, aber ob die dann auch zu den Verlierer gehören ist sicher eine Diskussion wert. Obwohl, finanziell sind die wahrscheinlich etwas besser dran als der Durchschnitt, aber die Gewissheit versagt zu haben kann ja auch an einem nagen. Ob die Welt eine bessere wäre, wenn viele andere Manager seinem Beispiel folgten? Wahrscheinlich nicht, aber in dem einen oder anderen Fall vielleicht eine Genugtuung.

Immerhin, eines habe ich dieser Tage durch Studium vieler Forenbeiträge doch gelernt: Godwins Gesetz. Das scheint noch immer Bestand zu haben, wenngleich ich mir doch etwas mehr Netikette wünschte.